... zur Geschichte des Ortes:

Koppenwind hat heute 317 Einwohner. Die Endsilbe ...wind/wend bedeutet, dass
es sich um eine wendische, also slawische Ansiedlung handelte. Die "Wenden
des Kopp" haben das Land hier urbar gemacht, Holz gefällt, Holzkohle
gebrannt und Pech gesotten. Im Spätmittelalter war der Ort ein beliebter aber
auch oft wechselnder Adelssitz.
1278 war es Freiherr Ludwig von Windheim der die Vogtei Koppenwind an
Würzburg abtrat. Götz von Seinsheim hatte 1385 die Dorfrechte inne. 1628 war
es Sitz des Baron Wolf von Rotenhan, der erstmals den Steinbruch öffnen ließ.
Er verpfändete schließlich den Ort an das nahe Kloster Ebrach. Die
Kirchenherren nutzten ebenso den Koppenwinder Sandstein für ihre Kloster-
und Kirchenbauten.
Das ursprüngliche koppenwinder Schloss war damals schon verfallen, so dass
Abt Hieronymus Held 1773 auf dessen Grundmauern ein Amtshaus fürs
Kloster mit tonnengewölbter Hauskapelle bauen ließ, das 1791 unter seinem
Nachfolger Wilhelm Roßkopf vollendet wurde. Dieser stattliche,
zweigeschossige Amtshof mit seinem Mansardendach geriet infolge der
Säkularisation an Bayern und war lange Zeit Forsthaus. Heute ist das noch
immer weitaus stattlichste Gebäude Koppenwinds nach gründlicher
Renovierung in Privatbesitz.

Zwei Erwerbszweige, die ganz wesentlich zur Steigerwälder Volkskultur
gehören, hatten für Koppenwind besondere Bedeutung: Kohlenbrennen und
Kaffeerösten.
Weil das kleine Dorf seinen Bewohnern nur wenig Ackerland bieten konnte,
brachte die Kohlenbrennerei oft ein wenig Zubrot. Noch um 1900 umgab
Koppenwind ein Gürtel von 24 Meilerplätzen, die man hier auch "Kohlplatten"
nennt. Man belieferte die Umgebung bis nach Würzburg, Schweinfurt und
Bamberg. Als Transportmittel dienten schmale Leiterwagen, meist von den
eigenen Milchkühen gezogen. Eine andere Spezialität war die mobile
Kaffeerösterei, mit der auf den Dorfplätzen, aus Getreidekörnern der
Malzkaffee gewonnen wurde. Nach der Währungsreform florierte der
"Wirtschaftszweig", der durch den Koppenwinder Kaffeeröster Robert
Götzinger vertreten wurde, der mit seiner "Maschine" vor allem den
nördlichen Steigerwald mit Kaffeekörnern versorgte.